Chronik

Der Bürgerschützenverein Mesum-Feld ist in der glücklichen Lage, die Entstehung und Entwicklung des Vereins aus lückenlosen Protokollen und Aufzeichnungen seit der Gründung entnehmen zu können.

Im Gründungsjahr zählte die Gemeinde Mesum 1861 Einwohner.

Angeregt durch Neugründungen von Schützenvereinen in Nachbargemeinden beschlossen einige Feld-Bewohner, einen weiteren Schützenverein in Mesum zu gründen.

Gründungsurkunde des Bürgerschützenverein Mesum-Feld
Gründungsurkunde des Bürgerschützenverein Mesum-Feld vom 19. Dezember 1910

Der Einladung zur Gründungsversammlung am 19.12.1910 in der Gaststätte Mersch waren etliche Männer gefolgt. Durch Eintragung in eine Liste erklärten sämtliche Anwesenden ihren Eintritt.

Dem 1. Vorstand gehörten folgende Schützenbrüder an:

Präses                                 Franz Helmig sen.
Vizepräses                         Clemens Eggert
Kassierer                            Bernhard Rott jun.
Schriftführer                      Albert Bockholt
I. Beigeordneter                 Anton Sterthaus
II. Beigeordneter                Bernhard Kleier
Revisor                                Josef Rott jun.

1. Vereinswirt Heinrich Mersch
1. Vereinswirt Heinrich Mersch

Schnell einigte man sich auf den Namen „Schützenverein Mesum-Feld“. Diese Bezeichnung behielt der Verein bis 1926. Ab 1927 wurde er umbenannt in „Bürgerschützenverein Mesum‑Feld“

Das 1. Vereinsfest war jedoch nicht ein Schützenfest, sondern eine Fastnachtsfeier, verbunden mit einem Theaterstück, aufgeführt von Vereinsmitgliedern.

Die 3. Generalversammlung fand am 14.7.1911 statt. Hier wurde das 1. Schützenfest bestellt und auf den 6. und 7.8. 1911 festgelegt. Damit feiert der Verein seit Vereinsgründung sein Schützenfest immer im August.

Weiter wurde auf dieser Versammlung die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. Die Fahnenweihe erfolgte beim Schützenfest. Vom ersten Schützenfest an wurde somit eine Vereinsfahne mitgeführt.

Bei einem Wohnhausbrand des Wohnhauses Anton Sterthaus im Jahre 1913 verlor der Verein seine Vereinsfahne, die jedoch bald durch eine neue

ersetzt werden konnte.

 

 

 

Die Chronik sagt, dass im Jahre 1913 zum ersten Mal ein Vogelwegbringen stattfand.

Dann kam der Krieg 1914 – 1918. 24 Mitglieder kehrten nicht in die Heimat zurück. Während des Krieges unterblieben jegliche Vereinsfestlichkeiten.

 

10. Stiftungsfest in den Anlagen vor der Kegelbahn der Gaststätte Feldhaus. Zum Kommando gehörten Feldwebel August Sievers und Major Hansmeyer ( Mitte erste Reihe ).
10. Stiftungsfest in den Anlagen vor der Kegelbahn der Gaststätte Feldhaus.
Zum Kommando gehörten Feldwebel August Sievers und Major Hansmeyer ( Mitte erste Reihe ).

 

Das Foto zeigt einen Teil der Mitglieder mit dem Hofstaat im Jahre 1921, dem Kommando und den König Franz Mess, der sich seine Schwester Toni zur Königin nahm, in den Ausenanalgen der Gaststätte Feldhaus-Backenecker.
Das Foto zeigt einen Teil der Mitglieder mit dem Hofstaat im Jahre 1921, dem Kommando und den König Franz Mess, der sich seine Schwester Toni zur Königin nahm, in den Anlagen der Gaststätte Feldhaus-Backenecker.

 

Großes Interesse bestand am Bau eines Schießstandes. Die Errichtung und Erstellung wurde auf der Versammlung am 17.1.1926 beschlossen.

Der Landwirt Josef Bekemper erklärte sich spontan bereit, hierzu ein geeignetes Grundstück zu Verfügung zu stellen. Nebenstehend der Pachtvertrag des am 1.4.1926 zwischen dem Vorstand und dem Landwirt Josef Bekemper abgeschlossenen Vertrages mit einem jährlichen Pachtzins von 3,00 Mark. Seitdem wird der Scheibenkönig auf dem Schießstand ausgeschossen.

Wegen des sehr nassen Geländes der Vogelrode an der Winterbrockstraße (gegenüber des späteren Zuganges zur neuen Vogelrode) wurde auf der Versammlung am 18.7.1926 die Umsetzung der Vogelstange beschlossen. Sie erhielt einen neuen Platz an der rechten Seite der Winterbrockstraße in der zurückliegenden, vielen noch bekannten Brunings Wiese. Die alte sowie die neue Urkunde erhielten in einer versiegelten Flasche unter der Stange ihren Platz. Weiter wurde auf dieser Versammlung die Anschaffung einer Scheibekönigskette beschlossen.

 

Antreten an der Vogelstange Brunings Wiese.
Antreten an der Vogelstange Brunings Wiese.

Auf Grund von Vorkommnissen bei der Verlosung der Weihnachtsfeier am 1.1.1927 war der gesamte Vorstand zurückgetreten. Daher wurde kurzfristig eine Versammlung einberufen, die am 9.1.1927 stattfand. Da man nach längerer Aussprache zu keinem Resultat und keiner Einigung gekommen war, wurde unter dem Versammlungsleiter Josef Bruning ein neuer Vorstand gewählt.

Im Protokoll vom 10.4.1927 wird zum ersten Mal über ein Preisschießen berichtet. Über weitere Schießveranstaltungen und über die Schießgruppe wird in einem gesonderten Artikel berichtet.

 

Gruppenbild Schützenfest 1972 mit König F. Trauerstein
Gruppenbild Schützenfest 1972 mit König F. Trauerstein

Im Jahre 1932 wurde wegen der sehr schlechten Wirtschaftslage nur 1 Tag Fastnacht und 1 Tag Schützenfest gefeiert. Auch auf den Scheibenkönig wurde verzichtet.

Die Folgezeit sollte wieder eine unruhige Zeit werden. Denn die politische Neuordnung in Deutschland durch die Nationalsozialisten wirkte sich auch auf die Schützenvereine aus. Sie sollten politisch gleichgeschaltet werden. So wurde auf der Versammlung am 29.7.1933 vom Stützpunktleiter (der Name ist im Protokollbuch festgehalten) der NSDAP die Gleichschaltung innerhalb des Vereins beantragt. Die Mitglieder waren jedoch einstimmig dagegen. Auf Drohung des Stützpunktleiters, dass bei der Nichtgleichschaltung eine Genehmigung für Schützenfest nicht erteilt würde, verzichteten die Mitglieder freiwillig auf das Schützenfest. Auf Wunsch des Oberlandjägers wurde die Versammlung jedoch kurzerhand geschlossen.

Jubelfest 1935

Das 25-jährige Vereinsbestehen sollte in besonders feierlicher Form begangen werden. Diese Jubelfest fand am 10., 11. und 12.8.1935 statt.

15 geladene Vereine nahmen daran teil und 27 Mitgründer des Vereins konnten diese Feier miterleben. Der Verein zählte 208 Mitglieder. Jubelkönig wurde Josef Bruning sen., der sich seine Ehefrau zur Königin nahm. Die Kaiserwürde errang Josef Rott jun. Er erkor sich Frl. Katharina Mersch zur Kaiserin. Im Jubeljahr verzichtete man auf den Scheibenkönig.

Gruppenfoto vor der VEreinsgaststätte Mersch im Jubiläumsjahr 1935
Gruppenfoto vor der Vereinsgaststätte Mersch im Jubiläumsjahr 1935
Festumzug zum Jubiläum 1935
Festumzug zum Jubiläum 1935
Das erste Vereinskaiserpaar Josef Rott und Katharina Mersch. V.l.n.r. Agnes Konermann ( KÖsters ) J.Helming, Kath.Mersch, J.Rott, Maria Schmitz(Bruning), Frz.Sterthaus
Das erste Vereinskaiserpaar Josef Rott und Katharina Mersch.
V.l.n.r. Agnes Konermann ( Kösters ) J.Helming, Kath.Mersch, J.Rott, Maria Schmitz(Bruning), Frz.Sterthaus

Der zweite Weltkrieg erzwang wiederum eine Unterbrechung der Vereinsfeste von 1940 – 1946. Die satzungsmäßigen Versammlungen fanden jedoch bis 1944 weiterhin statt. Ebenso die traditionelle Weihnachtsfeier, verbunden mit dem Auftreten der Theatergruppe.

Nach Kriegsende kehrten Schützenbrüder vereinzelt nach und nach aus der Gefangenschaft heim. Vielen war es jedoch nicht vergönnt, ihre Heimat wiederzusehen.

Zwei Jahre nach dem schrecklichen Krieg lebte das Vereinsleben wieder auf. Mutig und mit echtem Schützengeist ging man wieder ans Werk, um Brauchtum und Sitte zu pflegen.

Kriegerdenkmal auf dem Servatiiplatz gegenüber der Gaststätte Mersch, das leider 1959 dem Straßenbau weichen mußte.
Kriegerdenkmal auf dem Servatiiplatz gegenüber der Gaststätte Mersch, das leider 1959 dem Straßenbau weichen mußte.
Gefallenenehrung am Servatiiplatz Schützenfest 1951. REdner 1.Vorstzender Heinrich Brinkkötter
Gefallenenehrung am Servatiiplatz Schützenfest 1951. Redner 1.Vorsitzender Heinrich Brinkkötter
Gedenktafeln in der ehemaligen Vereinsgaststätte Mersch-Niemeier
Gedenktafeln in der ehemaligen Vereinsgaststätte Mersch-Niemeier

Die ersten Generalversammlung nach dem Kriege fand am 5.7.1947 weiter unter dem bisherigen 1. Vorsitzenden Hch. Brinkkötter statt. Es wurde beschlossen, bereits in diesem Jahre wieder ein Schützenfest zu feiern.

Feldschützen 1952 beim Festumzug zum Jubiläum 75 Jahre Schützenvereinigung 1877 Mesum-Dorf
Feldschützen 1952 beim Festumzug zum Jubiläum 75 Jahre Schützenvereinigung 1877 Mesum-Dorf

Auf Grund einer Verfügung der Militärregierung war das Tragen und die Benutzung von Gewehren verboten. Der Vogel wurde daher mit einer selbstgefertigten Armbrust geschossen.

Schützenfest mit Vogelkönig Heinrich Feldkämper und Clemens Becker
Schützenfest mit Vogelkönig Heinrich Feldkämper und Clemens Becker

Trugen die Mitglieder bislang Mützen, so fand Schützenfest 1956 ein Wechsel statt. Seitdem wird der Schützenhut getragen. Damit feiert auch der Schützenhut ein Jubiläum innerhalb des Vereins, da er zum Jubelfest zum 30. Mal getragen wird.

Schon seit längerer Zeit lief die Planung für den Bau einer Schützenhalle mit Schießstand. Im Frühjahr 1956 wurde dann nach dem Entwurf und Plan des Schützenbruders Hugo Büscher mit den Arbeiten begonnen. Hierzu erwarb man für 300,00 DM von Landwirt Anton Schulte-Mesum die Jagdhütte in Schulten Bordel. Mit Pferd und Wagen wurde das Material zum Scheibenstand gebracht. Dank der tatkräftigen Mithilfe fachkundiger Mitglieder wurde die Schützenhalle in sehr kurzer Zeit erbaut, so dass sie Schützenfest 1957 bereits genutzt werden konnte.

Als offizielle Eröffnung der Schützenhalle kann das im Frühjahr 1958 abgehaltene Preis- und Wanderpokalschießen angesehen werden, wozu nicht nur der Nachbarverein 1877 eingeladen war.

War man in den Vorjahren zu den Schützenfestnachtfeiern mit klingendem Spiel nach Hauenhorst oder Elte (überwiegend bei Bockholt) gezogen, so fand das Schützenfestbegraben 1959 nach endgültiger Fertigstellung und Gestaltung auf Wunsch vieler Mitglieder auf dem nunmehr schönen Gelände des Schießstandes statt.

50 Jahre Vereinsbestehen

Für die Vorbereitungen und die Gestaltung der Jubelfeier 1960 anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehen wurde im Frühjahr 1959 vom Vorstand ein Festausschuss bestimmt, dem folgende Mitglieder angehörten:

Büscher, Hugo                   Osterbrink, Hubert
Büscher, August                Rott, Bernhard
Gehling, Heinrich              Robbers, Walter
Heckmann, August            Steggemann, Leo
Helming, August               Tebbe, Viktor

Der 1. Vorsitzende des Festausschusses Bernhard Rott berichtete auf der Versammlung am 9.5.1959 über den Stand der Vorbereitungen.

Als Termin hatte man sich für den 28./29./30.5.1960 entschieden.

Das auf der Versammlung am 30.4.1960 gewählte Kommando setzte sich zusammen aus:

Oberst                                Stienemann, Alfons
Major                                 Büscher, Georg
Feldwebel                          Wynen, Peter
Adjutanten                        Heckmann, Clemens
Hinterding, August
Fähnrich                             Holthaus, August
Tiltmann, Josef
Kleinberns, Ludger

Kommando 1960. Major Georg Büscher,Adj. Clemens Heckmann, Oberst Alfons Stienemann, Adj. August Hinterding
Kommando 1960.
Major Georg Büscher,Adj. Clemens Heckmann, Oberst Alfons Stienemann, Adj. August Hinterding

Als Zeltplatz wählte man nach längerer Überlegung das ehemalige Geländer der Fa. Kettelhack, Industriestraße/Neue Stiege, da der Kirmesplatz anderweitig genutzt wurde.

Nachdem an Vortagen der Kaiser- und Königsvogel begutachtet und beide zur Vogelstange gebracht worden waren, begann die große Jubelfeier am Sonntagmorgen mit einem Festgottesdienst. Danach erfolge eine Gefallenenehrung. Am Sonntagnachmittag konnte der Oberst über 30 Vereine begrüßen, die dann in einem großen Festzug zum Festplatz an der Marienschule (heute Franziskusschule) zogen.

Sehr spannend verlief am Montagmorgen das Königs- und Kaiserschießen. Zur Überraschung aller gelang Ludger Kleinberns der Königsschuss. Er erkor sich seine Frau Hedwig zur Königin. Im Vorjahr hatte Vater Franz Kleinberns die Königswürde errungen. So blieb die Königskette für ein weiteres Jahr in der Familie.

k-Bild 19
Königspaare und Familie Kleinberns
Kaiserpaar 1960 Clemens Becker mit Frau Katharina
Kaiserpaar 1960 Clemens Becker mit Frau Katharina
Hofstaat und Majestäten Jubelfest 1960
Hofstaat und Majestäten Jubelfest 1960

Den Kampf um die Kaiserwürde konnte Clemens Becker für sich entscheiden. Er erkor sich ebenfalls sein Frau Katharina zur Mitregentin.

Konnten bislang nur männliche Eingesessene von Mesum-Feld, soweit sie im Bereich der gezogenen Grenzen wohnten, Mitglied des Vereins werden, so wurde auf der Versammlung am 23.11.1964 diese Regelung aufgehoben. Künftig konnte nun jeder männliche Mesumer Bürger, der das 18. Lebensjahr vollendet hatte, Mitglied werden.

Aus Sicherheitsgründen wurde ab Schützenfest 1964 bei den Adjutanten auf Pferde verzichtet.

In den Folgejahren verliefen die Vereinsfeste in altgewohnter Weise. Am „Tag der Schützen“ in Rheine beteiligte sich unser Verein ebenso wie am „Empfang der Könige“ im Falkenhof.

Nikolauspaare wurden gestellt. Alfons Rott und August Westkamp konnten sogar für über 25 Jahre als Nikolauspaar geehrt werden. Zwischenzeitlich wurden Wettbewerbe im Preiskegeln und Preisknobeln veranstaltet.

Auf der Generalversammlung am 18.11.1972 wurde die Herausgabe einer eigenen Karnevalszeitung angeregt. So machten sich einige Vereinsmitglieder ans Werk und konnten zum Karnevalsfest 1973 mit einer Erstausgabe „De Feldpogge quakt“ aufwarten. Auch im nächsten Jahr war der Verkauf „Feldpogge“ ein voller Erfolg.

Da auch der Nachbarverein 1877 bereits jahrelang die „Klein-Berliner-Posaune“ herausbrachte, schloss man sich zusammen und brachte ab 1975 eine Gemeinschafts‑Narrenzeitung heraus.

Unvergessen bleibt der große Festumzug anlässlich der 600-Jahr-Feier der Kirchengemeinde Mesum am 26.8.1973. An diesem Umzug beteiligte sich der Bürgerschützenverein Mesum‑Feld mit einem gelungenen Torfwagen und diversen Fußgruppen.

Ein weiterer Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte ist sicherlich das Kreis‑Kaiserschießen am 23.5.1974 in Metelen. Hier konnte unser Vereinskamerad Franz Schulte Austum unter vielen Bewerbern die Kreis-Kaiserwürde erringen und er mit seiner Frau Grete zum ersten Kreis-Kaiserpaar gekürt werden.

1. Kreiskaiserpaar Franz Schulte-Austum mit Frau Magarete
1. Kreiskaiserpaar Franz Schulte-Austum mit Frau Magarete 1974

Mit der Erringung der Kreis-Kaiserwürden war der Verein die Verpflichtung der Ausrichtung des nächsten Kreis-Kaiserschießens eingegangen.

Am 7.8.1976 fand dieses Fest in Mesum statt.

In Verbindung mit diesem Fest fand die Einweihung einer neuer Vereinsfahne statt. Die Festrede hielt der Bezirksausschussvorsitzende Josef Wilp, der die gewählten Symbole „Heimat – Glaube – Sitte“ hervorhob.

Nach unendlich langem Schießen – über 454 Schuss – konnte der Schützenbruder Hans Hellman vom Schützenverein Eintracht Rheine den Rest des Vogels von der Stange holen und wurde damit zum neuen Kreis-Kaiser proklamiert. Die Überreichung des vom Landrat Poetschki gestifteten Wanderpokals nahm in der Vertretung des Landrats Dr. Gerdemann vor. Weiter nahmen an der Feier teil u. a. der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Rheine Kurzinski, der stellvertretende Stadtdirektor Ricken, der Präsident der Schützengemeinschaft Wübbels sowie der Vorsitzende des Dachverbandes Alfred Vosskuhle aus Nordwalde.

Hatte man bislang das Schützenfest sonntags und montags gefeiert, so wurden ab 1978 die Festtag auf Samstag und Sonntag verlegt.

Eine weitere Änderung gab es in diesem Jahre auch für das Scheibenkönigsschießen. Da das bisherige Scheibenkönigsschießen in den letzten Jahren für Mitglieder, Besucher und Gäste an Reiz verloren hatte, wurde ein Holzstern im Kugelfang befestigt, der mit einem Klein-Kalibergewehr abgeschossen werden musste. Ein Volltreffer gelang hierbei Schützenbruder Erich Sterthaus, als er mit einem „ungezielten“ Schuss die Scheibe komplett von der Stange holte. Da er bereits Schützenkönig gewesen war, verzichtete er auf die Königswürde.

Nur unter Zahlung eines 1 Hektoliter-Fasses durfte er die Scheibe wieder aufsetzen. Bei dem weiteren Schießen gelang es Hans Kleier, den Rest des Sternes abzuschießen und wurde damit zum ersten Stern-Scheibenkönig proklamiert. Ihm zur Seite stand seine Frau Madga. Das Schnitzen und die Anfertigung des Sternes hat der Schützenkamerad Karl Rauß übernommen.

Auch entsprach die Klein-Kaliber-Schießanlage nicht mehr den schießtechnischen Vorschriften. Da die Wiederinstandsetzung mit erheblichen Kosten verbunden war, entschloss sich der Vorstand, die Anlage zu entfernen und den Schießgraben zu verfüllen.

Das „75-jährige Jubiläum“ im Jahr 1985 warf in der Generalversammlung am 27.11.1982 seine ersten Schatten voraus. Es sollte im Rahmen und in Verbindung mit dem traditionellen Schützenfest gefeiert werden. Zur Vorbereitung dieses Jubelsfestes wurde ein Festausschuss gewählt, der sich aus 2 Vorstandsmitgliedern und 5 Mitgliedern zusammensetzt. In geheimer Wahl wurde nach Stimmenerhalt gewählt:
Heinz Harmeyer, Erich Sterthaus, Hubert Kösters, Edmund Niedick und Alfons Mess. Aus dem Vorstand wurden August Helming und Bernhard Krämer bestimmt.
Schon bald traf sich der Festausschuss, um die ersten Regularien zu besprechen. So wurde zunächst der Termin festgelegt, das Festprogramm besprochen sowie ein vorläufiger Finanzplan aufgestellt.

Nach weiteren Besprechungen und Tagungen gab der 1. Vorsitzende des Festausschusses Erich Sterthaus auf der Versammlung am 30.6.1984 einen detaillierten Überblick über den Ablauf des Jubelfestes. Für die einzelnen Festbögen konnten Bogengemeinschaften in den jeweiligen Wohnbezirken zusammengestellt werden, die wiederum von zwei Kontaktleuten geführt werden.

Kilometerlange Wimpelketten sowie Rosenpapier müssen geschnitten und gebunden werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn nach dem Karnevalsausklang steht schon bereits in Kürze das große Fest bevor.

Der Bürgerschützenverein Mesum-Feld zählt im Jubeljahr rd. 520 Mitglieder. Jedes Mitglied wird zu den Jubelfeiern durch besondere Nachricht bzw. durch den Vorstand und Festausschuss persönlich eingeladen.

Trotz strömenden Regen standen die Mesumer Gewehr bei Fuß.

1985 Oberst Josef Bülte
1985 Oberst Josef Bülte
Voritzender August Helming
Voritzender August Helming
Kiepenkerl Alfred Scheffer mit FEstausschußvorsitzenden Erich Sterthaus.
Kiepenkerl Alfred Scheffer mit Festausschußvorsitzenden Erich Sterthaus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sternmarsch Treffpunkt Franziskusschule
Sternmarsch Treffpunkt Franziskusschule
Schützenverein auf dem Weg zum Scheibenstand
Schützenverein auf dem Weg zum Scheibenstand
Majestäten in der Polonaise
Majestäten in der Polonaise

Ein aktiver Vorstand, der es versteht, die Vereinsmitglieder aktiv zu erhalten und das Vereinsleben attraktiv zu gestalten, das zusammen ist die Garantie, dass der Bürgerschützenverein Mesum-Feld e. V. auch sein 100-jähriges Bestehen feiern kann.